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Service-Tipps

Parkplatz: Finden statt suchen

Gerade in Großstädten kann die Parkplatzsuche zum teuren Nervenkrieg werden. Doch es gibt intelligente Online-Dienste, mit denen sich das Prozedere abkürzen lässt.

Nutzer von Mercedes Me können sich mit On-StreetPrediction auf dem Smartphone freie Parklücken anzeigen lassen. Dunkelblaue Bereiche bieten mit hoher Wahrscheinlichkeit einen freien Platz. (Foto: Mercedes-Benz)

Nutzer von Mercedes Me können sich mit On-StreetPrediction auf dem Smartphone freie Parklücken anzeigen lassen. Dunkelblaue Bereiche bieten mit hoher Wahrscheinlichkeit einen freien Platz. (Foto: Mercedes-Benz)

Deutschlands Autofahrer suchen pro Jahr durchschnittlich 41 Stunden nach einem Parkplatz. Rechnet man Fahrzeugverschleiß, Verbrauch und Parkgebühren zusammen, entstehen dabei pro Jahr im Schnitt Kosten von fast 900 Euro. Zu diesem Ergebnis ist zumindest eine Studie des Mineralölkonzerns Shell aus dem Jahr 2018 gekommen. Die Analyse hat außerdem herausgefunden, dass 44 Prozent der Deutschen aufgrund einer langen Parkplatzsuche schon einmal einen Termin verpasst haben. Mittlerweile bieten sich Autofahrern jedoch einige Möglichkeiten, mit Hilfe des mobilen Internets gezielt freie Parkplätze anzusteuern. Das wiederholte und zeitraubende Kurven um den Block kann man sich so in vielen Fällen damit sogar sparen.

Die Parkplatzsuche erleichtern können zum Beispiel spezielle Smartphone-Apps. Hier gibt es ein breites Angebot verschiedener Programme mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Einen großen Datensatz bietet zum Beispiel Parkopedia. Laut Hersteller stehen Informationen zu 60 Millionen Parkplätzen in 75 Ländern zur Verfügung. Die Parkopedia-Daten lassen sich mithilfe einer Overlay-App auch in eine Navigation wie etwa Google Maps integrieren. Ist man am Zielort angekommen, zeigt Google Maps auf der Karte gleich auch Parkplätze in näherer Umgebung und deren Preise an. Alternativ gibt es die Möglichkeit, direkt auf Parkopedia.de den Zielort einzugeben und sich dann auf einer Karte Parkmöglichkeiten anzeigen zu lassen. Neben Preisinformationen wird die Dauer des Fußwegs zwischen Parkplatz und Zielort aufgeführt. Viele kostenlos zur Verfügung stehende Parkplätze werden von Parkopedia allerdings ignoriert. 

Besonders für das zentrumsnahe Parken in Großstädten wie Köln eignet sich die Park-App Ampido, für die sich der Nutzer allerdings registrieren muss. Neben kommerziellen Angeboten von Parkhausbetreibern werden auch private Stellplätze aufgezeigt, die allerdings grundsätzlich kostenpflichtig sind. Auf Ampido gibt man Zielort und das gewünschte Zeitfenster ein, anschließend wird eine Liste von Parkmöglichkeiten sortiert nach Nähe zum Zielort mit Angaben zum Preis für den gewählten Zeitraum gezeigt. Abhängig vom Anbieter können dabei die Kosten stark variieren. Kostenlose Parkmöglichkeiten werden hier grundsätzlich nicht aufgeführt. Dafür lässt sich ein Wunschparkplatz mit ein paar Displayberührungen einfach online reservieren. Der Preis für die Parkplatznutzung wird direkt über Ampido abgebucht. Hat man sich etwa für ein Hotelparkhaus entschieden, bekommt man einen entsprechenden Zugangscode zugeschickt, mit dem sich die Schranke öffnen lässt. Außerdem finden sich oft detaillierte Beschreibungen mit Bildern, die erklären, wie man zum Parkplatz gelangt und wo man sein Fahrzeug abstellt.

Ähnlich wie Ampido funktioniert auch die Parking-App Parku. Auch hier lassen sich einige der Angebote online reservieren und buchen. Zusätzlich werden öffentliche Parkplätze angezeigt, die mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auch frei sind. Dabei greift Parku auf Informationen des Verkehrsdatenanbieters Inrix zurück. Im Hintergrund wird berechnet, wo gute Chancen bestehen, einen freien Parkplatz zu finden. Autohersteller BMW bindet diese Informationen auch in seine Navigation ein.

Wer einen Mercedes mit dem Infotainmentsystemen Comand Online oder MBUX besitzt, kann auch die optionalen Dienste On-StreetPrediction und Real-Time Information des App-Pakets Mercedes Me nutzen. Die Idee hinter On-StreetPrediction: Mit Einparkhilfe ausgestattete Mercedes-Fahrzeuge scannen automatisch im Vorbeifahren freie Parklücken und teilen diese Informationen mit anderen Mercedes-Nutzern. Diese bekommen die Informationen auf der Karte der Fahrzeugnavigation oder im Smartphone mit blauen Streifen angezeigt. Sind die Informationen zu freien Parklücken schon etwas älter, sind die Streifen hellblau, bei jüngeren Informationen hingegen dunkelblau. Dunkelblaue Streifen besagen, dass die Wahrscheinlichkeit höher ist, hier eine freie Lücke vorzufinden. Bislang steht dieser von Bosch entwickelte Dienst allerdings nur Nutzern von Mercedes zur Verfügung. Diese können zusätzlich noch die Real-Time Information für ihre Parkplatzsuche nutzen. Sobald ein Mercedes seinen Motor startet und ausparkt, wird dabei anderen Mercedes-Fahrern angezeigt, dass dieser gerade frei wird. Ist man in diesem Moment in der Nähe, hat man gute Chancen, diese frisch frei gewordene Parklücke zu ergattern.